Freitag, 13. Dezember 2019

Es wird wärmer ...

und das gilt auch bei uns. Die Zeit Online hatte am 10.12.2019 einen Artikel, in welchem man die langjährige Temparaturentwicklung für seinen Wohnort anzeigen kann. So sieht dieses Bild für Leonberg aus (Screenshot):

Die Jahresdurchschnittstemperatur in 2018 lag bei 10.9°C und damit um 2.2°C höher als in den 30 Jahren zwischen 1961 und 1990.



Sonntag, 17. November 2019

Notizen aus der Informationsveranstaltung über die Bahnlärmsanierung in Leonberg



Am 04.11.2019 fand in der Stadthalle eine Informationsveranstaltung über die Bahnlärmsanierung statt:
  • Martin Cohn, unser Oberbürgermeister, begrüßte alle Teilnehmer (Bild oben) 
  • Frau Weiler, die Projektleiterin der Deutschen Bahn, präsentierte den Stand der Planung anhand einer inzwischen im Internet veröffentlichten Unterlage
  • viele Bürger hörten interessiert zu und stellten detaillierte Fragen
  • die Zeitung berichtete am 06.11.2019 über die Veranstaltung
  • die Stadt Leonberg pflegt eine Informationsseite im Internet
[allgemeine Informationen über Schienenlärm und Lärmschutz findet man in der Broschüre über Schienenlärm des Arbeitsrings Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustik (ALD)]


Eindrücke, Notizen und Kommentare


  • Die Höhe der Lärmschutzwände beeinflusst selbstverständlich deren Schutzwirkung, deren Kosten, die Aussicht der Anwohner und natürlich das Stadtbild. Auf Anregung der Stadt führte die Bahn Lärmberechnungen für unterschiedliche Höhenvarianten durch und erklärte, wie viel mehr Lärmschutz eine Erhöhung der Wände von 3 auf 4 Meter bringt. Es ist erfreulich, dass Zahlen auf den Tisch kommen.
  • Es zeigt sich, dass die Verbesserung durch höhere Wände je nach Ort unterschiedlich hoch ausfällt. Mancherorts bringt eine Erhöhung eher wenig, anderswo wird die Lärmschutzwirkung deutlich besser. Man erkennt das an der Anzahl der Grenzwertüberschreitungen, nachdem die Wände stehen. Die genauen Zahlen stehen auf Seite 25 der Bahn-Präsentation, welche wir im Anhang (weiter unten) visualisiert haben. Man sieht: Erhöht man die Wand von 3 auf 4 Meter, dann passiert in Richtung Silberberg-Süd recht wenig. Aber auf der Nordseite halbiert sich die Anzahl der Überschreitungen. Das ist dort als recht spürbar. Die Einwohner der Nordseite müssen sich jetzt ernsthaft überlegen, was ihnen wichtiger ist: wirksamerer Lärmschutz durch eine höhere Lärmschutzwand oder aber eine bessere Aussicht ins Wasserbachtal. Diese Entscheidung dürfte nicht leicht fallen...
  • Eine weitere Verlängerung der Wände kommt für die Bahn nicht in Frage, weil es Ausführungsbestimmungen gibt, welche mehr als 50 Meter Überstand hinter der letzten förderberechtigten Wohneinheit verbieten. Die Länge der Wände ist also ausgereizt.
  • Die Bahn lehnt Lärmschutzwände für das Haldengebiet ab, weil deren Nutzen-Kosten-Verhältnis zu niedrig sei (unterhalb des Wertes 1 liegt).
  • Frau Weiler meint, dass zwar im Straßenverkehr gebogene Lärmschutzwände eingesetzt werden, diese aber für den Bahnverkehr weniger taugen - die Wirksamkeit der Krümmung sei zu gering im Vergleich zu den Mehrkosten und die Biegung würde ferner im Lichtraumprofil stören, was zu Sicherheitsproblemen führen könne. Hier ein Bild von der Autobahn bei München, wie gebogene Lärmschutzwände aussehen:

  • Die städtebauliche Gestaltung der Lärmschutzwände ist ein wichtiges Thema, denn dass Stadtbild wird über viele Jahrzehnte von diesen Bauwerken geprägt werden: Man könnte transparente Elemente nutzen, Farbe einsetzen, begrünen, künstlerisch gestalten und vieles mehr. Kreativität scheint aber nicht unbedingt die Stärke der Bahn zu sein, wenn man die Bilder von Lärmschutzwänden in der Präsentationsunterlage anschaut: die sind eher langweilig gestaltet. Die Stadt Leonberg muss (und will) sich darum kümmern, wie man die Wände ästhetisch ins Stadtbild einfügen kann.
  • Auch für die Bürgerbeteiligung bei solchen Entscheidungen sieht sich die Stadt in der Pflicht. Sie ist in unseren Augen zwingend nötig, weil man sonst - wenn alles fertig ist - jede Menge besserwisserische Diskussionen auslöst von der Sorte: "Wie konnte man sowas bloß bauen?"
  • Inzwischen sieht man bisweilen Lärmschutzwände mit integrierter Photovoltaik. An dieses Thema will die Bahn allerdings nicht herangehen, obgleich sich solche Investitionen ja über die Jahre bezahlt machen. Schade. Die Bahn sagt, sie ziehe Solaranlagen nicht selbst in Betracht, sondern nur dann, wenn ein Betreiber bereitstünde.
Quelle: EnergieGenossenschaft Inn Salzach

  • Über die zu erwartenden Zugzahlen wurde intensiv und kontrovers diskutiert. Die Bahn möchte Diskussionen darüber aus dem Weg gehen, sie nennt zwar Prognosewerte, aber vermeidet die Nennung jeglicher konkreter Obergrenzen. Natürlich befürchten aber manche Anwohner eine Steigerung des Güterverkehrs, sobald die Lärmschutzwände stehen.
  • Die Bahn sagt bei der Diskussion über Zugzahlen, sie richte sich nach offiziellen Prognosen des Eisenbahn-Bundesamts. Eine von der Region Stuttgart zu erwartende Taktverdichtung der S-Bahnen, welche den Güterverkehr in die Nacht verdrängt, Auswirkungen des Ausbaus der Gäubahn und die überall bekannten Kapazitätsengpässe der Rheinbahn wurden wohl noch nicht berücksichtigt (zumindestens wußte die Projektleiterin nichts darüber). Genausowenig berücksichtigt die Deutsche Bahn die zukünftig zu erwartenden Verlagerungen des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene aufgrund schärferer Klimaschutzziele. Mit anderen Worten: Der Lärmschutz ist auf Kante genäht. 
  • Unser OB Cohn forderte infolgedessen bereits während der Veranstaltung, diese erwartbaren Steigerungen zu berücksichtigen und beim Lärmschutz entsprechende Reserven vorzuhalten. Seitens der Bahn hieß es dazu nur, man halte sich an offizielle Prognosen.
  • Gleichzeitig kündigt die Bahn bei Fragen nach einer Obergrenze aber an, die Strecke im Rahmen ihrer Kapazität nutzen zu wollen. Wie hoch mag diese sein? Das kann man recht einfach schätzen: Legt man in den 8 Nachtstunden zwischen 22:00 und 06:00 Uhr einen 5-Minuten-Takt zugrunde, was ja nicht aus der Welt ist, dann liegt die Kapazität bei rund 100 Zügen pro Nacht. Der Lärmschutz wird aber nur für 22 Züge pro Nacht ausgelegt.
  • Die Bahn behält sich einerseits vor, die volle Kapazität der Strecke zu nutzen, dimensioniert den Lärmschutz aber andererseits deutlich niedriger. Ein Schelm, der Schlimmes dabei denkt ...
  • Die Deutsche Bahn wird im Rahmen der freiwilligen Bahnlärmsanierung ein Planfeststellungsverfahren durchführen. Die bereits erstellte schalltechnische Untersuchung möchte man der Planfeststellung lieber nicht beifügen. Das ist nach dem oben Gesagten nachvollziehbar: denn andernfalls würde man ja Obergrenzen für Zugzahlen und Lärmimmissionen dokumentieren und ggf. die Nutzung der vollen Kapazität einschränken. 
  • Ein Bürger fragte, ob die Bahnbrücke an der Rutesheimer Str., die aufgrund ihres schlechten Zustandes erneuert werden muss, vor dem Abriss mit Lärmschutzwänden ausgestattet wird, die man dann wieder abreißen muss. Oder ob man die Erneuerung vorzieht und erst danach den Lärmschutz baut. Klar, was jeder wirtschaftlich denkende Bürger hier entscheiden würde. Frau Weiler meinte spontan, dass bis zu einer späteren Erneuerung die Brücke keinen Lärmschutz bekäme und so eine temporäre Lärmschutzlücke entstünde. Sie will sich aber genauer erkundigen ...


Anhang: Zahl der Grenzwertüberschreitungen in Abhängigkeit von der Höhe der Lärmschutzwand




LSW1: Leonberg Kernstadt, Bahnhofstr.
LSW2: Leonberg Kernstadt, Rutesheimer Str. / Scheffelstr.
LSW3: Silberberg, Drosselweg / Wasserbachstr.
LSW4: Silberberg, Finkenweg / Friedrich Haug Str.

Aufgetragen ist die Anzahl der Wohngebäude, die nach dem Bau einer Lärmschutzwand nachts einen Fassadenpegel oberhalb des Auslösewertes 57 dB(A) aufweisen, in Abhängigkeit von der Wandhöhe. Wohngebäude mit Überschreitung haben Anspruch auf die Förderung von Lärmschutzfenstern. Selbstverständlich sinkt die Zahl der Überschreitungen je höher man die Wände baut. Bei LSW2 (rot) und LSW4 (grün) bringt eine Erhöhung der Wand von 3 auf 4 Meter eine signifikante Verbesserung der Lärmschutzwirkung. Bei den anderen Wänden (blau, gelb) lohnt eine Erhöhung weniger.


Freitag, 1. November 2019

Informationsveranstaltung zur Bahnlärmsanierung


1. Neulich kam eine Einladung ...


Die Deutsche Bahn lädt diejenigen Leonberger, die sowohl vom Bahnlärm betroffen, als auch im Rahmen der kommenden Sanierung förderberechtigt sind, am 04.11.2019 in die Leonberger Stadthalle ein. Natürlich kann, darf und sollte jeder kommen.










2. Worum geht es eigentlich?


Kurz gesagt: Die Bahn plant in Leonberg mancherorts Lärmschutzwände zu errichten. Dort, wo es danach immernoch zu laut ist, werden Lärmschutzfenster finanziell gefördert. Bezahlt wird das Programm vom Bund. In der Veranstaltung informiert die Deutsche Bahn AG die Öffentlichkeit. Das kann man nutzen, um Fragen zu stellen und
  • bei Bedarf wirksamere Lärmschutzmaßnahmen zu verlangen
  • Bürgerbeteiligung bei der Planung anzubieten und Ideen einzubringen
  • weitere Aspekte wie z.B. städtebauliche Gestaltung anzusprechen
Die Bahnlärmsanierung ist eine große und einmalige Chance für Leonberg. Andererseits: Lärmschutzwände werden zukünftig das Stadtbild stark prägen. Die Angelegenheit ist also wichtig.

Die nun folgende Liste dient als Anregung zur Formulierung eigener Fragen. Gerne dürfen Sie aber auch Fragen aus dieser Liste stellen, wenn das Thema Sie interessiert. Jeder Leonberger Bürger sollte mitreden, wenn er sich vom Lärm betroffen fühlt oder wenn ihm das Stadtbild wichtig ist.

Wer sich jetzt nicht beteiligt, braucht später nicht über die Ergebnisse zu meckern.


3. Fragenliste 


Fragen in kursiver Schrift
Kommentare in Normalschrift

Betroffene aus allen Stadtteilen könnten fragen, ob es vielleicht noch bessere Maßnahmen als die geplanten gibt (das etwas sperrige und komplizierte Thema "Nutzen-Kosten-Verhältnis" NKV wird im Anhang genauer erklärt):

Um wieviele dB(A) würde sich in meinem Stadtteil die Lärmbelastung vermindern, wenn man anstatt 3 Meter hoher Lärmschutzwände 4 Meter hohe Wände aufbaut, und wie hoch liegt dann der Wert des Nutzen-Kosten-Verhältnisses? Um wie viel würde dadurch die An­zahl der Wohneinheiten mit verbleibender Überschreitung sin­ken?

Anwohner aus dem Haldengebiet dürfte Folgendes interessieren:

Bei uns ist noch kein aktiver Lärmschutz geplant. Um wieviele dB(A) würde sich in mei­nem Stadtteil die Lärmbelastung vermindern, wenn man bei uns eine Lärmschutzwan­d baut, und wie hoch liegt der Wert des Nutzen-Kosten-Verhältnisses dafür? Um wie viel würde die Anzahl der Wohneinheiten mit verbleibender Über­schreitung sinken?

Wird das vom Bund zur Verfügung gestellte Geld vollständig ausgegeben oder spart man auf Kosten der Leonberger?

Schöpft die Deutsche Bahn tatsächlich ihren vollen Finanzierungsspielraum bis NKV=1 aus?

Wohngebäude, die nahe der Mitte einer Lärmschutzwand liegen, sind besser geschützt, als Gebäude an deren Anfang oder Ende. Sollte man deshalb die Wände vielleicht lieber länger bauen? Die Wände wurden inzwischen zwar bereits etwas länger geplant als im allerersten Ansatz, aber reicht diese Verlängerung wirklich oder geht da noch mehr?

Um wieviele dB(A) würde sich bei mir die Lärmbelas­tung vermindern, wenn man die Lärmschutzwand 50 oder 100 Meter länger bauen würde und wie hoch wäre dann der Wert des Nutzen-Kosten-Verhältnisses? Um wieviel würde da­durch die Zahl der Wohneinheiten mit verbleibender Überschreitung sinken?

In der aktuellen Planung kommen einzig nur Lärmschutzwände und Schallschutzfenster vor. Es gibt aber noch sehr viele weitere Möglichkeiten und außerdem Kombinationen von Maßnahmen, die man zum Lärmschutz einsetzen könnte. Die Bahn ist schlicht nach „Schema F“ vorgegan­gen: es gibt drei Meter hohe Lärmschutzwände und Schallschutzfenster (oder gar nichts). Alternativen wurden nicht genauer betrachtet. Schade, oder? 

Es sind nicht nur Lärmschutzwände und Schallschutzfenster als Lärmschutzmaß­nahmen denkbar, sondern auch vieles andere mehr. Ich denke da beispielsweise an zusätzlichen mittig zwischen den Gleisen angeordneten beidseitig absorbierende Schallschutzwände, gekrümmte bzw. bogenförmige Lärmschutzwände, komplette Einhausungen, den Einsatz innovativer Materialien wie Holzbeton, den Aufsatz von schallweichen Beugekanten, Schienenschmierung, Schienenstegdämpfer oder -ab­schirmungen, Brückenentdröhnung, elastische Schienenlagerung, besonders über­wachte Gleise usw. Viele Wege führen nach Rom. Warum betrachtet die Bahn keine weiteren Maßnah­men? Welche Wirksam­keit in dB(A), sowie welches Nutzen-Kosten-Verhältnis hätten diese alternativ zu oder in Kom­bination mit den ge­planten konventionellen Lärmschutzmaßnahmen?

Es gibt schöner aussehende Alternativen zu langweiligen grauen Lärmschutzwänden:

Lärmschutzbauten gelten als hässlich. Drei oder vier Meter hohe glatte, senkrechte, lang­weilig grau angestrichene Wände gewinnen keinen Schönheitspreis. Welche Ge­staltungsmöglichkeiten werden geprüft? Wo bleibt hier die Kreativität? Welche Künstler sind bei der Gestaltung eingebunden?

Wer verantwortet eigentlich die städtebauliche Gestaltung der Lärmschutzbauten? ... die Stadtverwaltung, der Gemeinderat, der Oberbürgermeister, die Deutsche Bahn oder niemand von allen ...


Lärmschutz in München mit integrierter Solaranlage


Warum eigentlich nicht Photovoltaik als Zusatzfunktion integrieren?

In München und anderswo stehen Lärmschutzwände mit integrierten Solaranlagen. Die Zeit ist heutzutage doch reif für solche Lösungen. Neben Erfüllung ihres Haupt­zwecks (Lärmschutz) verdienen derartige Anlagen über die Jah­re ihre Anschaf­fungskosten, weil man ja den produzierten Strom verkaufen kann. Strom wird doch immer ge­braucht. Warum werden in Leonberg keine Lärmschutzwände mit Photovoltaik vorgese­hen? 

Den meisten Lärm machen bei uns die Güterzüge und am meisten stört uns das in der Nacht. Genehmigt wer­den die durchschnittlichen Zugzahlen, aber kontrollieren kann die niemand.

Wenn im Rahmen der Planfeststellung nachts durchschnittlich 22 Güterzüge geneh­migt werden, wieviele dürfen dann in einer verkehrsreichen Nacht tatsächlich fah­ren? Das sind doch mehr als 22, oder? Ab wie vielen nächtlichen Güterzügen kann ich mich darüber be­schweren? Und bei wem?

Der Verband Region Stuttgart denkt über eine weitere Taktverdichtung während der Hauptverkehrszeiten bei den S-Bahnen nach. Welche Auswirkungen hätte eine Taktver­dichtung auf die Anzahl der nächtlichen Güterzüge? Hat die Bahn eine Taktverdich­tung in ihren schall­technischen Untersuchungen bereits berücksichtigt?


(Quelle Hintergrundbild: Wikimedia Commons)

Die heutige Informationsveranstaltung ist ein sehr guter Schritt zur Bürgerbeteili­gung. Aber: Bürgerbeteiligung heißt mehr als nur Informieren. Bürgerbeteiligung be­deutet auch Anhören, Einbeziehen, Mitgestalten und Mitentscheiden. Welche weite­ren konkreten Schritte unternimmt die Deutsche Bahn zur Vertiefung der Bürgerbe­teiligung und um einen tragfähigen Konsens mit den betroffenen Anwohnern herzu­stellen?

Bislang lief die Planung ausschließlich zwischen der Deutschen Bahn und dem Ingenieurbüro Modus Consult. Wenn man Glück hat, hört man vielleicht alle ein oder zwei Jahre, was bei der Planung herausgekommen ist. Auf welche Weise sind Gemeinderäte, Bürgervereine, sowie betroffene Bürger in die Planung einbezogen?

Wenn ich als betroffener Bürger bei der Planung mitwirken will, an wen kann ich mich wen­den? 

Gibt es einen neutralen Beirat oder einen Steuerkreis? Wer sitzt dort drin und was wird dort entschieden?



4. Quellen und Hyperlinks 









5. Was bedeutet das Nutzen-Kosten-Verhältnis NKV?


Höhere Wände bieten zwar besseren Lärmschutz, sind aber teurer. Sie haben deshalb ein schlechteres, d.h. niedrige­res Nutzen-Kosten-Verhältnis „NKV“. Lärmschutzmaßnahmen mit einem NKV oberhalb von 1 sind laut Richtlinie förderwürdig durch den Bund. Überall dort wo das NKV weit über 1 liegt, könnte man vermutlich noch etwas mehr Geld für wirksameren Schutz ausgeben, also zum Beispiel für hö­here Lärmschutzwände. Jedenfalls dann, wenn man das möchte. 

Wenn bei einer Lärmsanierung einzelne Wohngebäude übrigbleiben, die den Auslösewert von 57 dB(A) immer noch überschreiten, obwohl in der Nähe eine Lärmschutzwand errichtet wurde, dann werden dort als Sekundärmaßnahmen Lärmschutzfenster gefördert. Einen Teil der Kosten trägt der Bund, den Rest zahlt der Hausbesitzer. Ein gutes Maß dafür, wie effek­tiv die geplante Bahnlärmsanierung tatsächlich ist, ist die Anzahl der Überschreitungen nach der Sanierung. Je weniger Überschreitungen, desto erfolgreicher war die Sanierung.

Hier die Zahlen laut aktuellem Stand der Planung:



Wir erwarten daher eine umso stärkere Pegelminderung (um wieviel?) und weniger Überschreitungen (wie­viele?), je höher man die Wände baut. Das NKV muss dabei oberhalb 1 bleiben (wie sehr?), damit der Bau der Wand förderwürdig ist. Das NKV liegt in der aktuellen Planung recht deutlich über 1, was vermutlich heißt, dass der Finanzrahmen nicht ausgeschöpft wird. Mit anderen Worten: Es wäre Geld für einen wirksameren Lärmschutz vorhanden. Stattdessen bietet man die Förderung von Lärmschutzfenstern an, bei denen der Hausbesitzer zuzahlen muss. 

Vergleichbare Argumente gelten für die Länge der Lärmschutzwand oder alternative Schutzmaßnahmen.

Freitag, 18. Oktober 2019

Elektrobusse im Nahverkehr ...

... gibt's anscheinend überall, bloß nicht bei uns ...

Hierzulande scheint es ja schwierig zu sein, Elektrobusse im öffentlichen Nahverkehr einzusetzen, anders als beispielsweise in Paris. Gewiss, Stuttgart ist nun einmal nicht Paris.


Aber: auch in den Ostseeländern Litauen, Lettland und Estland geht es offenbar leichter als bei uns und solche Busse fahren gefühlt überall herum. Man setzt auf Oberleitungstechnik und nicht auf Lithiumakkus oder Brennstoffzellen.






Die Fahrzeuge sind von Skoda, stammen somit aus dem VW Konzern.

Möglicherweise sind Elektrobusse doch nicht so schwierig ...





Mittwoch, 16. Oktober 2019

Herbst



neulich am Blautopf: ein Bild wie gemalt




im Wald westlich Silberberg




Update vom 18.10.2019: 

Sonnenaufgang im Wasserbachtal







Sonntag, 18. August 2019

Genehmigungen werden überbewertet

Der Ausbau des sogenannten Verflechtungsstreifens der Autobahn 8 bei Leonberg erfolgte, ohne dass dafür eine Planfeststellung mit Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt wurde, und auch die Güterzüge fahren auf der Leonberger Bahnstrecke ohne, weil es noch keine Planfeststellung gab (Blogs dazu hier und hier). 

Der Spiegel schreibt am 16.08.2019, dass in der Europäischen Union mindestens 18 Kernkraftwerke ohne die notwendigen Genehmigungen betrieben werden. "Die Bundesregierung teilte auf Anfrage der Grünen mit, dass man keine genaue Kenntnis darüber habe, welche europäischen Anlagen derzeit ohne (grenzüberschreitende) UVP betrieben würden. Bei dem für diese Untersuchungen zuständigen Uno-Komitee befänden sich sechs Verfahren mit insgesamt 23 Atomreaktoren in der Prüfung, die ohne UVP in Europa zugelassen worden sein sollen, so die Antwort."

Es ist ja schon merkwürdig: Bürger verfolgt man konsequent, wenn sie sich beim Schwarzfahren im öffentlichen Nahverkehr oder beim Autofahren ohne Führerschein erwischen lassen. Bei gewissen amtlichen Genehmigungen ist unser Staat weniger pingelig ... 




Sonntag, 28. Juli 2019

Wetterleuchten

... über Silberberg am 26.07.2019

Sonntag, 16. Juni 2019

Neulich in Paris

Bus mit Hybridantrieb (gesehen in Paris)
Paris nutzt im öffentlichen Nahverkehr Busse mit Hybridantrieb und auch solche mit reinem Elektroantrieb. Wenn in Paris alternative Antriebe bereits im praktischen Einsatz sind, wie sieht das damit hierzulande aus?

Auto, Motor und Sport berichtet, dass Berlin gerade Elektrobusse beschafft, aber noch nicht hat, denn die ersten davon werden gerade ausgeliefert. Immerhin. Über die Testfahrzeuge heißt es "deren Zuverlässigkeit hat noch Potential". Das ist schön ausgedrückt. 

Stuttgart möchte keine Elektrobusse aufgrund zu geringer Reichweite, sondern testet lieber Hybride. 

München möchte große Gelenkbusse, die es mit Elektroantrieb (noch) nicht gibt. 

Leonberg studiert bekanntlich Seilbahnen.

Auto, Motor und Sport berichtet weiter: "Von den 35.000 ÖPNV-Bussen in Deutschland sind aktuell 100 rein elektrisch unterwegs." und "Seit es eine staatliche Förderung gibt, seien die Preise deutlich gestiegen – so soll beispielsweise ein Zwölfmeter-Elektrobus 2016 noch 480.000 Euro gekostet haben, aktuell wären 570.000 Euro fällig – ein Euro-6-Dieselbus ist hingegen für 220.000 Euro zu haben." Mit anderen Worten: Fördergelder werden eingepreist, ohne dass man auf der Straße viel davon sieht. Verschwendung?

Die EU hat als langfristiges Ziel einen emissionsfreien Busverkehr ausgegeben. Das Fazit des Artikels: "Die Erreichung der Ziele scheitert in Deutschland an einem föderalen Flickenteppich. Nur zum Vergleich: Der chinesische Hersteller BYD hat nach eigenen Angaben bislang bereits 50.000 elektrisch betriebene Busse ausgeliefert – 15.000 mehr als Busse insgesamt in ganz Deutschland im Einsatz sind."


Build Your Dreams

ist der Name jener chinesischen Autofirma BYD, die 1995 gegründet wurde und inzwischen rund 1/4 Million Mitarbeiter beschäftigt. Angefangen haben die Cinesen natürlich mit konventionellen Verbrennungsmotoren, aber die Träume sind in China offenbar grün und das schon seit langer Zeit: BYD produziert neben Autos auch Busse, Lastkraftwagen, Gabelstapler, Einschienenbahnen, E-Bikes, und die Batterien dafür. In Kanada eröffnete BYD jüngst eine Fabrik für Elektroautos.   

In Europa reden wir zwar über Batterieproduktion und Elektrofahrzeuge, aber bisher ist wenig passiert. Den europäischen und deutschen Herstellern scheint es hier am Willen zur Umsetzung von Innovation zu mangeln ... Das erste deutsche Elektroauto baute übrigens die Coburger Maschinenfabrik Flocken im Jahr 1888; das war vermutlich der weltweit allererste elektrisch angetriebene Personenkraftwagen.

Reklame für ein deutsches Restaurant (gesehen in Paris)





Lutetium

Das radioaktive Isotop Lu(177) wird in der Radionuklid-Therapie, also für medizinische Zwecke, verwendet und deshalb in eher geringen Mengen umhertransportiert. Am 10.06.2019 gab es auf der A8 einen Unfall eines Transporters, bei dem glücklicherweise kein radioaktives Material freigesetzt wurde.


Quelle: Presseportal Polizeipräsidium Ludwigsburg


Natürlich war die Geschwindigkeit den Wetterverhältnissen nicht angepasst, wenn ein Fahrer bei Aquaplaning die Kontrolle verlor. Allerdings könnte man auch anmerken, dass auf der Strecke kein Tempolimit besteht,

Berichte gabe es unter anderem auch in der Leonberger Kreiszeitung, im Focus und beim SWR.




Sonntag, 2. Juni 2019

sonniges Wochenende ...

am Gartenteich
und im Natur- und Erholungsgebiet "Berg" bei Malmsheim

Sonntag, 26. Mai 2019

Bahnlärmsanierung Silberberg: Planung (Stand April 2019)

Neuerdings gibt es in Leonberg mehr Wohngebäude als seither gedacht, die nicht bloß vom Bahnlärm betroffen, sondern die auch "förderberechtigt" sind (Anfang 2019 wurde die relevante Richtlinie zugunsten der Bürger geändert). "Förderberechtigt" bedeutet, dass mit Geldern des Bundes - nicht der Bahn - Lärmschutzwände entlang der Gleise errichtet werden, und dort, wo deren Wirkung nicht ausreichend ist, Lärmschutzfenster bezuschusst werden.

Was bedeutet das für Leonberg-Silberberg?


Die Pläne erarbeitete die Firma Modus Consult Ende April 2019 für die DB Netz AG und sie stehen auf einer Internetseite der Stadt Leonberg zum Download bereit. Wir schauen uns die berechnete Lärmbelastung vor und nach der Errichtung von 3 Meter hohen Lärmschutzwänden entlang der Bahngleise in Silberberg an:

Vor der Bahnlärmsanierung (Stand heute)


Nach der Bahnlärmsanierung ("frühestens 2023" laut Planung)



Was ist hier zu sehen?

Aus unerfindlichen Gründen ist auf den Karten der DB Netz AG Süden oben und Norden unten. Wenn man sich daran gewöhnt hat, dann sieht man deutlich, dass durch die Errichtung der Lärmschutzwände (grün) links und rechts der Bahngleise (pink) eine erhebliche Verbesserung der Lärmbelastung eintritt. Die "57 dB(A)-Isophone" (blau) grenzt ein Gebiet ein, wo nachts sehr viel Lärm herrscht - der Auslösewert für eine Bahnlärmsanierung liegt nämlich bei 57 dB(A) nachts und innerhalb des blau umgrenzten Gebietes ist es lauter. Dieses stark belastete Gebiet liegt nach der Sanierung viel näher an den Gleisen und der Lärm reduziert sich an vielen der jetzt außerhalb gelegenen Wohngebäude (grau). So weit so gut.

Der Auslösewert wird an Wohngebäuden mit rot eingezeichneten Fassaden überschritten. Vor der Sanierung ist das im Silberberger Süden in der ersten, sowie der zweiten Reihe der Bebauung der Fall und nach der Sanierung sieht es dort viel besser aus. Auf der Nordseite sind die Lärmschutzmaßnahmen auch wirksam, aber die erste Reihe der Bebauung überschreitet immernoch die Auslösewerte. Der physikalische Grund dafür ist die Topographie, also die Steigung des Geländes. Die geplante Lärmschutzwand für sich alleine genommen genügt an allen Gebäuden ohne rote Fassade. An den roten Fassaden braucht man weitere zusätzliche Maßnahmen, um auch dort unter den Auslösewert zu kommen. Die betroffenen Anwohner sollen (auf Wunsch) einen Zuschuss für Lärmschutzfenster bekommen, aber auch selber ihren Teil bezahlen. So sieht jedenfalls die Planung der Deutschen Bahn aus.

Die Lärmschutzwände bringen eine ganz erhebliche Verbesserung, aber das Ziel der Bahnlärmsanierung - Unterschreitung des Auslösewertes von 57 dB(A) an den Wohngebäuden - ist mancherorts verletzt. Schallschutzfenster werden nicht zu 100% finanziert und sie helfen auch nur, wenn man sie geschlossen hält. Schöner wäre es also, wenn die Bahn zusätzliche Maßnahmen implementieren würde, die auch im Außenbereich wirksam sind. Diese helfen auch bei offenem Fenster, auf der Terasse, auf dem Balkon oder im Garten. Natürlich könnte man zu diesem Zweck die Lärmschutzwände höher als 3 Meter bauen ...

Man könnte aber beispielsweise als Zusatzmaßnahme auch an ein Tempolimit für Güterzüge denken. Wenn die langsamer fahren würden, dann rumpelt das weniger. Außerdem: Es ist ja schon aus Sicherheitsgründen schwer nachvollziehbar, dass schwere Güterzüge mit 120 km/h durch den Bahnhof Rutesheim rasen dürfen - unmittelbar vorbei an den wartenden Fahrgästen der S-Bahn. 

Sonntag, 12. Mai 2019

50% mehr Berechtigte bei Bahnlärmsanierung in Leonberg

die DB Netz AG beantwortete einige Fragen zur geplanten Bahnlärmsanierung:
  • Die Bahn wird die seit 1.1.2019 gültige Förderrichtlinie anwenden. Infolgedessen haben anstatt bisher 740 nunmehr 1127 Wohnungen Anspruch auf Bahnlärmsanierung → es gibt also jetzt in Leonberg 50% mehr Berechtigte 
  • Betroffene mögen erwarten, über solche Änderungen zeitnah aktiv informiert zu werden → zumindestens in meinem Falle geschah dies nicht
  • Die Bahn avisiert trotz der o.g. Änderung des Umfangs der Lärmschutzmaßnahmen unveränderte Termine → Projektabschluss "frühestens 2023"
  • Leider verzichtet die Bahn weitgehend auf konkrete Zahlenangaben zu technischen Fragen. Wie stark würde der Lärmschutz verbessert, wenn die Lärmschutzwände höher oder länger ausgeführt würden als bislang geplant? Was brächte eine Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Güterzüge (aktuell 120 km/h)? Die Angaben der Bahn sind dürftig und sowohl als Anwohner als auch als Steuerzahler wünscht man sich, dass derartige Fragen untersucht und präzise beantwortet werden. Ein Tempolimit kostet nichts und wäre auch bei offenem Fenster, sowie in Außenbereichen wirksam. Könnte man dadurch vielleicht mancherorts auf den Einbau von permanent geschlossenen Schallschutzfenstern mit Zwangsbelüftung verzichten? Wie stark würde ein Tempolimit für Güterzüge die Nutzen-Kosten-Bewertung verändern? Ich vermute hier erheblichen Nutzen bei geringen Kosten → Angesichts der Neuplanung seitens der Bahn wäre es zudem interessant zu erfahren, welche konkreten neuen Vorschläge die Stadt Leonberg im Zuge ihrer Lärmaktionsplanung einbringt.
  • Die angeforderte Nutzen-Kosten-Bewertung für die Bahnlärmsanierung wurde mir nicht übermittelt. Aufgrund der durch die neue Förderrichtlinie geänderten Prämissen, ändern sich sämtliche Nutzen-Kosten-Verhältnisse (NKV). Sind diese Änderungen, die ja auch für die Lärmaktionsplanung in Leonberg relevant sind, bei unserer Stadtverwaltung im Detail bekannt? Bei einem NKV >= 1 kann übrigens die Stadt gemäß der neuen Förderrichtline zusätzliche Maßnahmen einleiten → Wie die Überlegungen der Stadt dazu wohl konkret aussehen?
Bei aller Kritik: es gibt jedenfalls eine enorm erfreuliche Nachricht, nämlich dass 50% mehr Wohnungen als bisher gedacht förderberechtigt sind. Wahrscheinlich haben die meisten Betroffenen hiervon noch gar keine Ahnung.

Für alle Nachbarn, die jetzt gerne wissen möchten, ob sie selbst durch o.g. Änderungen vielleicht betroffen sind, wie stark die geplanten Schallschutzmaßnahmen die Lärmbelastung an ihrem Wohngebäude vermindern und/oder ob bei ihnen Schallschutzfenster gefördert werden, habe ich eine kleine Empfehlung: Fragen Sie einfach. E-Mail genügt. Vielleicht ermuntern eingehende Fragen ja die einschlägigen Stellen zu einer aktiveren Informationspolitik als seither.

Die ausführlichen Fragen und Antworten finden Sie in der Unterlage hier.


Sonntag, 14. April 2019

Besuch


Sonntag, 24. März 2019

Flanieren ...

am Samstag den 23.03.2019 war prima Wetter und viele gingen demonstrieren spazieren



In London fand eine der größten Demonstrationen der britischen Geschichte mit über 1 Millionen Teilnehmern statt (Quelle: Tagesschau): Briten fordern den Exit vom Brexit. Auch ein Karnevalswagen aus Düsseldorf war mit dabei, der die Noch-Premierministerin mit einer langen Lügennase karikierte.

In Deutschland demonstrierten über 150.000 Leute gegen die EU Urheberrechtsreform, welche Uploadfilter erzwingt, eine Vorstufe der Zensur. Das meinen jedenfalls viele Kreative und auch kleine und mittelständische Internet-Firmen, die sich - anders als Google - teure Technologien nicht leisten können. Der Konflikt wurde ausführlich kommentiert, beispielsweise von dem schwerpunktmäßig im Internet tätigen Journalisten Sascha Lobo hier und hier. Nicht alle Befürworter der Reform (wollen) verstehen, dass hier weder für Google, noch gegen das Urheberrecht demonstriert wird. Es geht um eine Kultur, die manchen Politikern fremd ist. In Stuttgart waren jedenfalls über 10.000 Leute auf der Straße. Erstaunlich viele.


Es kamen auffällig viele junge Leute



Es kamen die "Digital Natives", die sich tagtäglich im Internet tummeln


Es kamen die Kreativen mit selbstgebastelten Plakaten


und die Wissenschaftler


und alle machten (sehr) deutlich, was Ihnen nicht gefällt 


oder auch wer in ihren Augen dafür verantwortlich ist ...


Was lernen wir daraus? Abertausende Demonstranten demonstrieren dafür
  • dass Großbritannien bleibt, was es ist: nämlich ein Mitglied in der Europäischen Union
  • dass das Internet so bleibt, wie es ist: nämlich ungefiltert von Lobbyisten
  • dass das Klima so bleibt, wie es war, und dafür dass Politiker endlich Maßnahmen ergreifen gegen den Klimawandel ergreifen (finden jedenfalls die Demonstranten auf den "Fridays For Future")
Sie sind also wieder da: Konservative Werte!

Einer unserer echten Visionäre hat dies bereits vor einem Jahr so ähnlich vorhergesehen



Weiter geht's beim Spaziergang durch Stuttgart ...


Wenn man Downtown Stuttgart am Hauptbahnhof vorbeikommt, dann steht man derzeit vor einer Kraterlandschaft (hier das aktuelle Satellitenbild von Google)


aber auch von unten sieht es interessant aus



sogar einige Gelbwesten schauen sich den Fortschritt an



Allerdings wird bei den Grafitti am Krater immernoch um die Deutungshoheit gekämpft. Andererseits: Der Tagesspiegel meldet pünktlich zur kommenden Aufsichtsratssitzung

  • der (hochverschuldeten) Deutschen Bahn fehlen schon wieder Milliarden
  • man befürchtet, dass die Gesamtkosten für Bahnhof und ICE Strecke von zwölf auf fünfzehn Milliarden steigen
  • Stuttgart 21 wird erst 2025 fertig nach 30 Jahren Projektdauer und 15 Jahren Bauzeit
  • das Projekt ist unwirtschaftlich und bringt der Bahn über zwei Milliarden Verluste 
Wenn doch damals nur jemand den Vorstand der Deutschen Bahn gewarnt hätte ...




aber da sieht man auch Schöneres ...


Im Teich genießt ein neugieriger schwarzer Schwan die Abendsonne



und eine frühe Magnolie blüht im Schlossgarten



Ach ja, im Glemstal zwischen Leonberg und Ditzingen stehen jetzt Verkehrszeichen für Amphibien: ob die sich daran halten?