Sonntag, 22. Mai 2016

So sieht's aus ...

Neulich nach einem Theaterbesuch haben wir uns auf der Heimfahrt umgeschaut.


Am Bahnhof Feuerbach kommen nicht bloß die Einheimischen und ein paar Theaterbesucher vorbei, sondern auch Gäste der alteingesessenen lokalen Industrieunternehmen oder vielversprechende Bewerber, von denen wir uns wünschen (sollten), dass sie sich in unserer Gegend wohlfühlen.
 


Da gibt es keine zweite Chance mehr für den ersten Eindruck !


Ob die ICE-Reisenden wohl ahnen, wie es da unter ihrem Zug aussieht?





Sonntag, 1. Mai 2016

Auf ein Neues: Unsere Dauerbaustelle, die A8 ...

Die Chefs bei der Schwerstarbeit Feierlichkeit am 11. Januar 2016
zum ersten Spatenstich für den achtspurigen Ausbau der A8:
Die Werkzeuge einiger der Herren sehen merkwürdig unbenutzt aus.
Nur beim Regierungspräsident Johannes Schmalzl (links) blieb offenbar
ein wenig Schmutz hängen; ihm untersteht die Straßenbaubehörde.
Neben ihm: Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Norbert Barthle,
Landesverkehrsminister Winfried Hermann und Landrat Roland Bernhard.
(Quelle: Website von Winfried Hermann)
Es geht um zwei Autobahnbaustellen: Die Stuttgarter Zeitung berichtet am 26.04.2016: "Zwischen den Ausfahrten Leonberg-Ost und Heimsheim wird der Asphalt wieder flüstern". Die Quelle dafür ist eine Presseerklärung aus dem Regierungspräsidium Stuttgart vom gleichen Tag. Der SWR berichtet in der Landesschau am 27.04.2016: "Eine weitere Spur in Richtung Leonberg soll für Entlastung sorgen. ... Weiter auf der A8 bis nach Heimsheim wird nach acht Jahren ein neuer Flüsterasphalt aufgebracht, der den Lärm verringern soll. ... Staus dürften vorprogrammiert sein. Die Sanierung soll etwa 16 Millionen Euro kosten und Ende Juli fertig sein." Und am 30.04.2016 erwähnt die Stuttgarter Zeitung weitere wesentliche Zusammenhänge zu der anderen Baustelle, dem Verflechtungsstreifen: "Kritiker von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrslärm Region Leonberg sowie im Leonberger Gemeinderat bezeichneten das Vorgehen als Autobahnausbau durch die Hintertür. Die A8 werde um eine Fahrbahn erweitert, ohne dass Land und Bund die nötigen Maßnahmen, etwa beim Lärmschutz, umsetzten, die bei einem Ausbau vonnöten wären."


Achtspuriger Ausbau der A8
(Quelle: Regierungspräsidium 
Stuttgart, Unterlage)
Bei dem sogenannten "Verflechtungsstreifen" handelt es sich um den achtspurigen Ausbau der A8 zwischen dem Stuttgarter Kreuz und dem Leonberger Dreieck, der in diesem Blog bereits öfter vorkam. Abgesehen  davon, dass die Straßenbaubehörde keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführt und die Richtlinien für den Bau achtspuriger Autobahnen aus Ermessensgründen lieber nicht einhält, fallen uns auch die immer wieder unterschiedlichen Zahlen ins Auge, welche für die Baukosten genannt werden: Am Anfang des Projektes war einmal von 13.2 mio Euro die Rede. In den Stuttgarter Nachrichten stand sodann neulich, dass Bundesverkehrsstaatssekretär Barthle von 32 mio Euro an Bundesmitteln ausgeht. Und jetzt schreibt die Stuttgarter Zeitung (s.o.) wieder von 13 mio und der SWR berichtet über 16 mio. Weiß hier eigentlich irgendjemand, wieviel das Projekt kostet?

Zu der Erneuerung der Fahrbahndecke mit offenporigem (Flüster)Asphalt fällt uns ein Interview der Stuttgarter Zeitung aus dem September 2014 ein, das mit dem "Abteilungspräsidenten" der Abteilung 4 Straßenwesen und Verkehr im Regierungspräsidium, Alexander Hollatz, geführt wurde. Zitat: "Hollatz ist nicht begeistert: „Der Flüsterasphalt ist doppelt so teuer wie der herkömmliche Splittmatix-Asphalt, hält aber nur halb so lange.“ Seine Alternative: „Höhere Lärmschutzwände“." Diese durchaus vernünftige Einschätzung muss Herrn Hollatz in den vergangenen zwei Jahren wohl irgendwie abhanden gekommen sein. Oder warum läßt er nach dem Zerfall der alten Fahrbahndecke aus Flüsterasphalt jetzt schon wieder Flüsterasphalt verlegen?


Ausgeflüstert: die Fahrbahndecke bei Rutesheim und Leonberg-Silberberg aus offenporigem Asphalt


Wir hatten hier schon viele frühere Blog-Beiträge zum Flüsterasphalt, die wir nicht weiter wiederholen wollen. Die Stadt Rutesheim fordert übrigens schon seit Jahren ein Tempolimit zusätzlich zum Flüsterasphalt (siehe folgendes Bild). 




 
Quelle: Amtblatt der Stadt Rutesheim Mai 2015


Der am Anfang zitierten Mitteilung des RP entnehmen wir außerdem: "Zudem werden die Kanäle und die im Streckenabschnitt liegenden Brückenbauwerke saniert." Interessant : Es wird also nicht nur die zerbröselnde Fahrbahnoberfläche der Autobahn erneuert, sondern man saniert auch gleich einige Brückenbauwerke. Nun wurde vor Kurzem vom Bundesverkehrsministerium auch der Zustand der Eisengrifftalbrücke bei Rutesheim als "nicht ausreichend" qualifiziert (vgl. vorangehender Blog-Artikel über Einstürzende Neubauten). Ob diese Brücke wohl auch saniert wird? Das steht leider nicht in der Mitteilung. Oder warten wir mit der Reparatur lieber weitere acht Jahre bis 2024, wenn die jetzt zu verlegende Fahrbahndecke aus Flüsterasphalt erneut zerbröselt ist und deshalb die erwartbare nächste Millionensanierung ansteht?

 

Feuilleton

 

Als einen kleinen Vergleich liefern wir unseren schwäbischen Straßenbauern hier noch ein schön anzusehendes Bild: Es gibt nämlich Bauwerke, die nicht bloß acht Jahre, sondern gleich jahrtausendelang halten. Die unten abgebildete Römerbrücke von Vaison-la-Romaine in Südfrankreich hat diverse Hochwasser überstanden und auch einer versuchten Sprengung durch deutsche Truppen im zweiten Weltkrieg standgehalten. Solch eine Qualität wünschen wir uns doch auch hierzulande. Wir fragen uns, wie unsere Eisengrifftalbrücke wohl im Jahre 4000 aussehen wird ...


Roman Bridge, Vaison-la-Romaine, France. Pic 01
by maarjaara, via Wikimedia Commons
[CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)]