Sonntag, 22. März 2015

Eine ziemlich lange Leitung ...

... scheinen manche Behörden ja schon zu haben. Betrachten wir folgende Angelegenheit:

Am 01.03.2012, also vor immerhin drei Jahren, schrieb die Leonberger Abgeordnete Sabine Kurtz an die Staatssekretäring im Verkehrsministerium Dr. Gisela Splett Folgendes:



Frau Dr. Splett schrieb einen Monat später zurück:


Selbstverständlich fragt man sich da, wieviele Unfälle eine Staatssekretärin eigentlich benötigt, bis sie merkt, dass Handlungsbedarf besteht. Jeder Kenner der Strecke weiß, dass bergab in Richtung Stuttgart erhebliche Gefahren von mit unangepasster Geschwindigkeit rasenden Rennreiselimousinen ausgehen und dass beim Auffahren bei Leo-West in Richtung Karlsruhe brenzlige Situationen im dichten LKW-Verkehr entstehen.


Nun gibt es inzwischen auf der betroffenen Autobahnstrecke in Richtung Osten ein Tempolimit auf 120 km/h (in Richtung Westen merkwürdigerweise keines). Als Begründung dient wahrscheinlich der seit Jahren immer heftiger zerbröckelnde Fahrbahnbelag - diese Autobahn verwandelt sich zunehmend in eine Rumpelpiste. 

Die Polizei hat neulich Geschwindigkeiten kontrolliert und so sieht dann der Polizeibericht in der Leonberger Kreiszeitung vom 21.03.2015 aus. 

Über Unfälle braucht sich niemand zu wundern.

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Apropos Tempolimit:


Auf der B 295 zwischen Renningen und Leonberg gibt es bergab in Richtung Norden seit einiger Zeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h (bergauf in Richtung Süden merkwürdigerweise nicht). Die Begründung ist nahe Renningen der Lärmschutz und später die Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Dann ist ja alles klar: Anscheinend ist das Bergauffahren in den Augen der Behörden erheblich sicherer als das Bergabfahren und es macht vermeintlich weniger Lärm.

Oder die Behörde findet in kaum drei Jahren (ähnlich wie nach dem Brief der Abgeordneten) heraus, dass man sowohl die Autobahn A8 als auch die Bundesstraße B295 in beiden Richtungen befahren kann, sowohl bergauf als auch bergab, und trifft Maßnahmen zur Verbesserung von Verkehrssicherheit und Lärmschutz in beiden Richtungen.



Nachtrag (26.03.2015)

Die Leonberger Kreiszeitung brachte am 24.03.2015 einen Artikel "Tempo 80 auf der Autobahn"

Mittwoch, 11. März 2015

Opa sieht ganz schön alt aus ...


Autobahn A8 bei Rutesheim erneut marode
.. schreiben die Stuttgarter Nachrichten vom 16.02.2015 im Artikel "Zwischen Rutesheim und Leonberg: Flüsterbelag auf der A8 bleibt Flickwerk". OPA steht für offenporigen Asphalt, also den Fachausdruck für den Flüsterbelag. Weiter steht in der Zeitung: "Schon in den vergangenen beiden Jahren waren auf dem Autobahnabschnitt größere Sanierungen notwendig. Der Belag erweist sich kaum widerstandsfähig gegen den Druck der Verkehrsmassen – besonders nicht die rechte Spur mit täglich 12 000 Lastwagen. Im vergangenen Herbst mussten binnen einer Woche zwei Kilometer saniert werden. „Der jetzt betroffene Abschnitt war da noch in Ordnung“, sagt Robert Hamm vom Regierungspräsidium Stuttgart, „doch der Frost hat jetzt auch dort dem Belag zugesetzt.“ "

In der Tat, es gibt Dinge im Leben, die kommen plötzlich und unerwartet: Wer konnte im Regierungspräsidium Stuttgart denn schon ahnen, dass im Winter der Frost kommt? Dort sitzen schließlich Juristen im Warmen und keine Wetterfrösche ...

Die Reparaturen im Jahr 2014 haben laut der Leonberger Kreiszeitung vom 30.10.2014 rund eine Million gekostet. Und jetzt wird schon wieder notsaniert, nicht mit Flüsterasphalt allerdings (denn der hält ja nicht), sondern mit Standard-Asphalt (aber der ist nicht lärmmindernd). Nachbesserungen im Viertel- oder Halbjahresrhythmus sind für uns Steuerzahler, Autofahrer und Anwohner unzumutbar. Dieses Qualitätsproblem ist ein Fass ohne Boden. Anstelle von Flickschusterei brauchen wir endlich ein nachhaltiges Sanierungskonzept – eine Lösung, die dauerhaft funktioniert.
Autobahn A8 bei Heuweg: Aufhebung Tempolimit wegen der tollen Fahrbahn dort
Übrigens: Die Verkehrsschilder haben offenbar die Schildbürger aufgestellt; bei Heuweg, also kurz nach der oben gezeigten Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h aufgrund der Straßenschäden werden alle Streckenverbote wieder aufgehoben - allerdings bröselt die Fahrbahn auch dort, wie man im Foto deutlich sehen kann. Und ein paar hundert Meter weiter, bei Silberberg, da kommt das nächste Tempolimit auf 120 km/h. Naja, wir verstehen die Behörde schon: Wenn man so viele Verkehrsschilder im Depot hat, dann will man die für die Büger gut sichtbar ausstellen, oder?

Autobahn A8 vor Silberberg: schon wieder kaputt?

Autobahn A8 bei Silberberg: zerfällt rund ums Flicken

Die Schlaglöcher bei Silberberg hat das Regierungspräsidium Stuttgart im letzten Herbst mit einem hübsch anzusehenden rechteckigen Flicken repariert. Immerhin: nach dem zurückliegenden milden Winter ist das Flicken noch vorhanden - allerdings bröselt jetzt der Belag drumherum.


Eisengrifftalbrücke: jetzt im verflixten siebten Jahr

Eisengrifftalbrücke



Wie im letzten Beitrag geschrieben bröselt in Deutschland nicht nur der Asphalt, sondern mancherorts auch vermeintlich solide Betonbrücken. Was liegt also näher, als mal einen Blick auf Brückenbauwerke zu werfen?


Vereinzelte Betonschäden am Pfeiler hat ein Witzbold (?)  mit blauer Kreide markiert


Auf der Nordseite ist offenbar korrosives Medium eingedrungen und zersetzt die Armierung


Auf der Südseite sieht man aus der Ferne schwer, ob es einen Riss gibt oder bloß Spuren der Schalung
Aufpasser an der Wasserbachtalbrücke







Es ist klar: man muss aufpassen, wie sich die Bausubstanz weiter verändert. 


Und was gibt es sonst noch Neues? Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte ...