Montag, 25. Februar 2013

Viel Lärm beim Leonberger Pferdemarkt

Der Silberberger Bürgerverein hat sich dieses Jahr am Leonberger Pferdemarkt mit einem Wagen beteiligt. Neben der Einladung zum 50-jährigen Bestehen des Bürgervereins, das im Sommer ausführlich gefeiert werden soll, war auch der Lärm Thema. Über eine mobile Lautsprecheranlage wurden Impressionen von vorbeifahrenden Güterzügen mit bis zu 95 db(A)  zum Besten gegeben. Das Motto: Wir lassen einen fahren. Einen Güterzug natürlich.



Nach dem Umzug ging es dann zum Ausklang in den "Silberberger Keller".

Donnerstag, 7. Februar 2013

„Das Jahr der Luft darf sich nicht in Rauch auflösen“

... das forderten am 07.01.2013 in einer gemeinsamen Presseerklärung 18 Umweltverbände, darunter Deutsche Umwelthilfe, BUND, NABU und VCD. In der europäischen Union sterben nämlich jährlich 420.000 Menschen vorzeitig an den Folgen von Feinstaub, 65.000 alleine in Deutschland. Deshalb erklärte der EU-Umweltkommissar Janez Potocnik das Jahr 2013 zum Jahr der Luft, wie der Deutschlandfunk in seiner Sendung vom 11.01.2013 ausführlich erläutert.


Informationen über die Folgen von Luftverschmutzung finden sich vielerorts:
  • Kleine und große Kinder dürfen sich über den anschaulichen Film „Rußfrei fürs Klima“ freuen (gefunden auf der Internetseite der Deutschen Umwelthilfe)

  • In der angesehenen Deutschen Ärztezeitung stand am 06.03.2012, dass Smog viele Herzinfarkte verursacht
  • Viele alte und neue fachwissenschaftliche Arbeiten, wie beispielsweise aus dem Journal of the American Medical Association (JAMA, 2012) oder dem European Respiratory Journal (ERS, 2006) führen darüber quantitativen Nachweis. Solche Artikel kommen allerdings viel schwerer verständlich herüber als der obige Film :-)
Es gibt für Luftschadstoffe europaweit gültige Grenzwerte, welche zwar schon im zurückliegenden Jahrtausend vereinbart wurden, aber leider immer noch nicht überall eingehalten werden. Dies gilt gerade auch bei uns hier in Leonberg, wo die Behörden, die eigentlich etwas dagegen unternehmen müssten, allerhand Ausflüchte (er)finden.

In der gemeinsamen Erklärung der Umweltverbände heißt es unter anderem:

2013 muss die EU ambitionierte Grenzwerte für alle Luftschadstoffe festlegen, um ihren Rückstand gegenüber den Empfehlungen der Vereinten Nationen aufzuholen. "Teilweise überschreiten die heute in der EU geltenden Grenzwerte sogar die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Limits", sagte Dorothee Saar von der DUH. Dabei stünden effektive und kostengünstige Lösungen längst zur Verfügung, deren Wirksamkeit in verschiedenen Studien belegt worden sei. Neben einer Verschärfung der Grenzwerte seien Mess- und Überwachungsmaßnahmen unabdingbar, die ihre Einhaltung gewährleisteten.

Stimmt genau: Grenzwerte sollte man am besten so festlegen, dass Sie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation berücksichtigen. Und dann sollte der Staat deren Einhaltung überwachen und sicherstellen.



Und was gibt es sonst noch Neues?

Die AGVL beschreibt, wie jetzt der Vermittlungsausschuss angerufen wird, um Verbesserungen beim Thema Bahnlärm zu erreichen: Die Abschaffung des Schienenbonus soll ab einem verbindlichem Datum und nicht nur für Neubaustrecken gelten. In Diskussion sind ferner Nachtfahrverbote für lärmige Schienenfahrzeuge ab 2021 (manche Anwohner von Bahnstrecken mögen diesen Terminvorschlag als wenig ambitioniert empfinden), 

Weiterhin wurde neulich die Lärmkartierung für Leonberg und Umgebung veröffentlicht. Hier ein erster Kommentar der AGVL: "Lärmkartierung fehlerhaft"

Der Münchner Merkur vom 22.01.2013 sieht "Sonnige Aussichten für den Lärmschutz": Man überlegt bei Irschenberg an der A8 Lärmschutzanlagen zu bauen, die gleichzeitig Solarstrom erzeugen, und an denen sich auch Bürger beteiligen können.

Der WDR titelt am 22.01.2013 "Modellversuch in Dortmund auf der A45: Schützt ein Tempolimit vor Lärmbelästigung".

Die Süddeutsche berichtet am 16.01.2013 unter der Überschrift "Auf die Bremse: Tempo 50 auf der Landshuter Allee und der A96", dass die Stadt München überlegt, aufgrund von Grenzwert-Verletzungen bei Stickoxiden versuchsweise ein Tempolimit einzuführen, welches die Belastung um 15% senken soll.

Die Abendzeitung aus München berichtet am 15.01.2013 zum gleichen Thema, führt aber die Überlegungen zum Tempolimit auf einen Gerichtsprozess zur Feinstaubbelastung zurück, die der Freistaat Bayern neulich gegen die Deutsche Umwelthilfe verloren hat.

Die VDI-Nachrichten, die Hauszeitschrift der deutschen Ingenieure, schreibt am 18.01.2013 über das Jahr der Luft: "Investitionen in bessere Luft lohnen sich auch wirtschaftlich"
  
Im Blog-Beitrag vom 6.1.2013 ging es um Zugentgleisungen. Angesichts mehrerer Bahnunfälle in Stuttgart fragten wir uns: Welche "Kollateralschäden" könnten Unfälle beim Güterzugverkehr auf der Strecke der S 60 zur Folge haben? Die S-Bahn fährt mitten durch Wohngebiete, das muss sie auch, denn das ist als Teil des ÖPNV ihre Funktion. Güterzüge und Gefahrstofftransporte sind hier aber völlig fehl am Platz. Dazu passt nun die folgende Nachricht vom 23.01.2013, die sich glücklicherweise nicht in unserer Gegend ereignet hat: In Frankreich ist am 20.01.2013 angeblich ein Zug entgleist, der Uranoxid, sowie einen gefüllten Castor-Behälter geladen hatte. France24 bestätigt (in französicher Sprache) den Bericht. Auch die französische Eisenbahner-Gewerkschaft bestätigt den Unfall, sieht die Ursache im schlechten Zustand der Gleise und wundert sich über mangelhafte Information der Öffentlichkeit. Wenn dieser Unfall kein Gerücht war, dann finden wir es ebenfalls merkwürdig, dass man darüber in unseren deutschen Medien rein gar nichts gehört hat. 

Apropos Gleise: Die EU will mehr Liberalisierung und mehr europaweiten Wettbewerb beim Bahnverkehr. Voraussetzung dafür wäre, dass die Infrastruktur, also das Schienennetz, vom Bahnbetreiber getrennt wird. Ein Dorn im Auge sind dem EU-Verkehrskommissar Siim Kallas besonders Deutschland: "Die EU-Kommission hält die Organisation der Deutschen Bahn für viel zu intransparent, besonders wenn es ums Geld geht." Schwäbische Zeitung (30.1.2013) Offenbar konnte sich die EU gegenüber Deutschland und Frankreich aber nur bedingt durchsetzen, es soll aber zumindest eine klare finanzielle Trennung von Schiene und Verkehr geben, damit staatlich Subventionen nicht zur Wettbewerbsverzerrung führen. 

Nun ist das mit der Liberalisierung ja so eine Sache: Keiner hätte was dagegen, wenn durch mehr Konkurrenz die Preise fürs Bahnfahren günstiger würden. Aber wenn dann Billiganbieter mit billigem Material noch mehr Bahnlärm oder gar Unfälle verursachen und die (noch) vorhandene Infrastruktur beschädigen, dann ist das auch keine Verbesserung für die Anwohner. Vor allem nachdem die Einführung des lärmabhängige Trassenpreissystem, das eigentlich schon seit Anfang Dezember 2012 gelten sollte, nun doch erst im Sommer 2013 kommen soll ... und wer weiss schon, was im Sommer 2013, so kurz vor den Wahlen, noch alles dazwischen kommt.

... und hier in Kürze das Letzte ...

Die Frankfurter Allgemeine berichtet am 15.01.2013, dass einigen Fluglärmgegnern "aus gutbürgerlichen Kreisen", die gerne in die SPD in Sachsenhausen eintreten möchten, vom Ortsvorstand die Aufnahme verweigert wurde. Gewiss ... , es ist ja schon ärgerlich für Ortsvorstände, wenn in Zeiten sinkender Mitgliederzahlen neue Mitglieder daherkommen und ihre eigene, womöglich abweichende Meinung mitbringen.

Da fällt einem Groucho Marx ein, der einst gesagt hat:


"I don't want to belong to any club that will accept people like me as a member" 



______________________________
Herzlichen Dank an die Hinweisgeber für o.g. Links.