Mittwoch, 10. Oktober 2012

Autobahn blockiert ...



Der ORF schrieb am 28.09.2012 im Artikel 
"Volksfeststimmung bei Blockade" über eine große Protestaktion auf der Inntalautobahn. Die Aktion dauerte viele Stunden. Im Artikel steht: "Die unzähligen Fahrräder verliehen der Inntalautobahn einen ungewohnten Anblick. Als Zuseher glaubte man sich angesichts der Scharen von Rädern in einem Rad-Volkswandertag. Laufräder, Kinderwägen, Inline-Skater und Roller im Schritt-Tempo statt vorbei zischender Autos und Lkw - „A Ruah’ is!“ brachte es eines der Transparente auf den Punkt."

Die Oekonews aus Österreich berichteten am 29.09.2012 ebenfalls über diese Aktion und deren Hintergründe im Artikel "Blockade der Tiroler Inntalautobahn". Auslöser für den Protest waren massive Grenzwert-Überschreitungen beim gesundheitsschädlichen Stickstoffdioxid. Es wurden sehr konkrete Zahlenwerte über die Höhe der Überschreitung genannt:

  • Kundl A 12 + 77 % 
  • Vomp A 12 + 120 % 
  • Gärberbach A 13 + 70 % 
  • Schrambach A 22 + 117 % 
  • Neumarkt A 12 + 57 % 
Zum Vergleich: In Leonberg gibt es an der Messstelle Grabenstraße seit Jahren Überschreitungen von ganz ähnlicher Größenordnung. Laut Aussage des Regierungspräsidiums Stuttgart wird das Problem aber vom dortigen innerörtlichen Verkehr verursacht und ist deswegen lokal begrenzt. Die Belastung durch die Autobahnen bei Leonberg klingt angeblich bereits in kurzem Abstand von den Fahrstreifen ab. 

Wir fassen deshalb zusammen: an österreichischen Autobahnen ist mit erheblicher Belastung durch Stickstoffdioxid zu rechnen, man hat diese gemessen und die Leute protestieren gegen die starken Grenzwertüberschreitungen in den Wohngebieten im Inntal. Bei uns in Deutschland hingegen wissen die Verantwortlichen, dass die Belastung gleich 100 Meter neben der Autobahn abgeklungen ist und deswegen braucht man diese gar nicht erst zu messen.

Wir interpretieren diese Diskrepanz zwischen Deutschland und Österreich einfach mal so: Wahrscheinlich gelten ja in Tirol und in Baden-Württemberg unterschiedliche physikalische Gesetze für die Ausbreitung von Luftschadstoffen.

Interessant finden wir das starke Bürgerengagement der Österreicher - man will sich dort offenbar durchsetzen ... Dafür spricht, dass es in Salzburg jetzt auch schon rumort. Der Salzburger Teil der Internetseiten des ORF schreibt am 15.09.2012  "Autobahn: Anrainer fordern 80er-Limit" über eine beabsichtigte Demonstration auf der dortigen Westautobahn: "Sie wollen am 21. Oktober ihre Forderungen bei einer großen Demonstration und Sperre der Autobahn bekräftigen."  Der Grund für die Auseinandersetzung ist übrigens, dass in nahe gelegenen Wohngebieten Lärm und Stickoxide die Grenzwerte überschreiten. Die Verkehrszahlen auf der dortigen Autobahn sind mit 90.000 Kfz pro Tag absolut vergleichbar mit Leonberg mit gut 80.000 auf der A8 und rund 140.000 auf dem Autobahndreieck.