Sonntag, 27. Februar 2011

Für Ihre Sicherheit:


Auf der A8 an der Wasserbachtalbrücke gilt seit 21.02.2011 in Richtung Osten eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h. Das gezeigte Bild ist keine Fotomontage, sondern zeigt diese Sicherheitsmaßnahme: Nach dem Unfall eines Tanklasters, bei dem 10 m³ Heizöl ausgelaufen sind, wurde die Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet [Bericht in der Leonberger Kreiszeitung].

Im vorletzten Absatz des Zeitungsartikels wird gleich noch der nächste Unfall am selben Tag geschildert: dabei sei ein Fahrzeug durch ein von hinten mit hoher Geschwindigkeit herankommendes "abgeschossen" worden, wie die Leonberger Kreiszeitung drastisch beschreibt. Die Fahrerin musste von der Feuerwehr aus dem Autowrack "herausgeschnitten" werden [Bericht der Leonberger Feuerwehr mit Bild].

Vielfahrer wissen, dass es auf der A8 in Richtung Osten am Zulauf zur Einfahrt Leonberg West und zum Leonberger Dreieck aufgrund der notwendigen Spurwechsel immer wieder zu gefährlichen Fahrsituationen kommt.

Aber auch in Richtung Westen wird es oft kritisch: Nachdem man durch das Schlagloch in der Einfahrt
Leonberg West geholpert ist (Wieso ist der Fahrbahnbelag eigentlich zwei Jahre nach Inbetriebnahme der A8 schon so schwer beschädigt?), ist es oft schwierig durch die dicht an dicht fahrenden LKWs überhaupt auf die Autobahn einzufädeln. Und nebenan auf den Überholspuren wird mit Vollgas gefahren, was ein Ausweichen für langsame Fahrzeuge schwer macht oder bei Überholmanövern zu heftigen Brems- und Beschleunigungsvorgängen führt.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung würde also nicht nur dem Lärmschutz von Anwohnern, sondern auch der Sicherheit aller Autofahrer dienen.

Donnerstag, 17. Februar 2011

LKZ v. 16.02.2011: Billig und darum nicht besonders wirksam?

Leitkolumne Arnold Einholz: Billig und darum nicht besonders wirksam?

LKZ vom 16.02.2011: => Bitte Zeitungsseite anklicken und vergrößern!

Urheberrechtlicher Hinweis:
Der Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung
der Leonberger Kreiszeitung eingestellt.

Montag, 14. Februar 2011

Befremdliches ....

Was machen Menschen wie Sie und ich, wenn wir - z.B. bei einem Handwerker - irgendeine Leistung in Auftrag geben wollen? Zunächst beschreiben wir unser Anliegen so präzise wie möglich. Sodann schließen wir als Auftraggeber einen Vertrag ab, in welchem uns der Auftragnehmer genau die zu erbringende Leistung zusichert. Wir stellen später bei der Abnahme gemeinsam mit dem Auftragnehmer fest, ob die vereinbarte Leistung tatsächlich korrekt erbracht wurde. Sollten dabei Mängel ans Licht kommen, dann besteht beim Auftragnehmer die Pflicht zur Nachbesserung.

Wie funktioniert aber beim Regierungspräsidium Stuttgart die Vergabepraxis von Lärmschutzmaßnahmen, wie z.B. die Errichtung der Lärmschutzwand auf der Wasserbachtalbrücke oder die Verlegung von offenporigem Asphalt auf der A8?

Im Anschluss an den "Faktencheck" vom 12.01.2011 erhielten wir auch die Ausschreibungs- Unterlagen. Aus diesen Unterlagen ziehen wir folgende Schlüsse:

  1. Hauptfunktion einer Lärmschutzwand ist, Anwohner vor Lärm zu schützen
  2. Im Leistungsverzeichnis war der Lärmschutz aber akustisch nicht detailliert beschrieben
  3. Deshalb wurden eher billige als akustisch wirksame Lösungen angeboten und umgesetzt
  4. Die Wirksamkeit der Lärmschutzmaßnahmen war keine zugesicherte Eigenschaft
  5. Das schließt bei mangelhafter Wirkung Regressforderungen aus
  6. Bei Abnahme wurde auf Prüfung der Wirksamkeit des Lärmschutzes verzichtet
Die unpräzise Spezifikation bei Ausschreibung schließt zwangsläufig jegliche später ggf. erforderliche Reklamation vorab aus. Wenn weiterhin die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen bei Abnahme gar nicht erst quantitativ geprüft wird, sondern man sich ersatzweise auf unter Laborbedingungen ermittelte Gutachten verlässt, dann werden vom Auftraggeber etwaige Mängel nie festgestellt, nie dokumentiert und nie reklamiert. Dieses Gebaren betrachten wir als sehr bequem für Auftragnehmer aber gleichzeitig als hoch riskant für Auftraggeber.

Wir Bürger zweifeln an der ausreichenden Wirksamkeit der Lärmschutzmaßnahmen entlang der A8. Das Regierungspräsidium weiß ebenso gut wie wir (siehe abgestimmtes Protokoll des "Faktencheck" am 12.01.2011), dass gültige Grenzwerte nicht eingehalten werden können. Wir wiederholen deshalb nachdrücklich unsere Forderungen:
  • Nachbesserung Lärmschutz mit Ziel Grenzwerteinhaltung über 30 Jahre
  • Geschwindigkeitsbegrenzung zur Senkung der Lärmemission um -3 dB(A)
Genau das hat der Bürgerverein Silberberg jetzt an den Regierungspräsidenten geschrieben (der Brief steht hier). Wir erwarten mit Spannung die Antwort. Wir erwarten außerdem von Seiten der politisch Verantwortlichen eine Bewertung, ob das hier an den Tag gelegte Vorgehen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge für zweckmäßig im Sinne der steuerzahlenden Bürger erachtet wird, und, falls nicht, welche sichtbare Konsequenzen daraus gezogen werden.

An Details Interessierte finden hier Unterlagen zur Lärmschutzwand auf der Wasserbachtalbrücke:

Sonntag, 13. Februar 2011

Über OPA und den Lärm ...

Der hier gezeigten Karte des Regierungspräsidiums kann man entnehmen, wo auf der A8 offenporiger Asphalt (OPA) und wo Splitmastixbelag (SMA) verlegt wurde. OPA hat stärker lärmmindernde Wirkung als SMA. OPA kann aber nicht auf Brücken verlegt werden, da dies Korrosion begünstigen würde.

Aus diesem Grund wurde auf der Wasserbachtalbrücke und der Eisengriffbrücke SMA verlegt und kein OPA. Daher ist die Lärmemission auf den Brücken entsprechend erhöht.


Südlich Rutesheim wechseln sich dann kurze Strecken von OPA und SMA ab. In der Gegend von Perouse und Flacht dominiert SMA. Dort wäre somit besserer Lärmschutz machbar gewesen, wenn man OPA anstelle SMA verlegt hätte. Schade.

Mehr Information hierzu findet sich im Protokoll zum "Faktencheck" (hier, S. 12f - siehe auch Blogbeitrag vom Januar) und in der dort zitierten Literatur: angeblich sind nur wenige Firmen fähig OPA professionell zu verlegen, dessen lärmmindernde Wirkung ist auf den ersten 50 m manchmal schwächer als erwartet und nimmt zudem mit der Zeit ab. Umso wichtiger wäre es, die tatsächlich vorhandene Lärmschutzwirkung anhand von Messungen quantitativ nachzuweisen.

Samstag, 12. Februar 2011

Der Lärmschutz wirkt nicht ausreichend ...

Die folgende Karte basiert auf der Lärm-Neuberechnung des Regierungspräsidiums für die Paulinenstrasse in Silberberg. Sie zeigt die Lärmimmission, also den von der A8 erzeugten und aus verschiedenen Richtungen in die Paulinenstrasse einfallenden Lärm.



Durch Anklicken lässt sich die Karte vergrößern

Der Lärm breitet sich von der A8 entlang der eingezeichneten roten und blauen Strahlen hin zum Wohngebäude aus. Die langen, roten Strahlen zeigen an, dass aus der entsprechenden Einfallsrichtung sehr viel Lärm ankommt, während kurze blaue Strahlen für weniger Lärm stehen.

Wer nun also wissen möchte, wo wieviel Lärm herkommt, möge die Strahlen mit einem Lineal verlängern: Wenig Lärm (entlang kurzer blauer Strahlen) kommt über den Erdwall nördlich der Paulinenstrasse. Viel Lärm (entlang langer roter Strahlen) kommen aus östlicher Richtung von der Wasserbachtalbrücke. Und es kommt auch Lärm aus westlicher Richtung von der Heuwegbrücke.
An den Brücken endet bekanntlich der hohe Erdwall. Und dort wo kein Erdwall im Weg steht, dringt der Lärm wie durch ein offenes Fenster zur Wohnbebauung durch. Die Karte illustriert deshalb, was jeder bei einem Spaziergang durch unseren Stadtteil auch hören kann: Die Lärmschutzwand auf der Wasserbachtalbrücke ist nicht ausreichend wirksam.

Genau dies belegt auch eine weitere Berechnung des Regierungspräsidiums. Dort hat man nämlich im Sinne von "was wäre wenn" eine hypothetische Berechnung durchgeführt, wie sich die Lärmbelastung verändern würde, wenn auf der Wasserbachtalbrücke überhaupt keine Lärmschutzwand installiert worden wäre. Das Ergebnis (die entsprechenden Berechnungstabellen liegen uns vor, sie wurden uns vom RPS zur Verfügung gestellt) ist erschreckend: Ob die Lärmschutzwand vorhanden ist oder nicht, verändert die Lärmimmission in der Paulinenstrasse gerade einmal um 0,8 dB(A). Ein solcher Unterschied wäre kaum hörbar. Auch dieser Vergleich zeigt:
Die Lärmschutzwand auf der Wasserbachtalbrücke ist nicht ausreichend wirksam.

Daraus lässt sich nur eine Schlussfolgerung ziehen: Für den wirksamen Lärmschutz der Anwohner sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich!

Donnerstag, 10. Februar 2011

Neuberechnung der Lärmimmission von der A8

Im September 2009 hatte uns OB Schuler bei einer Veranstaltung im Silberberg darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) versprochen habe, die Lärmimmissionen unter Einbeziehung der durch den Autobahnausbau neu gestalteten Topographie nochmal zu berechnen.

Es dauerte aber noch über ein Jahr bis diese Neuberechn
ung tatsächlich durchgeführt und dann bei der Veranstaltung im Leonberger Rathaus am 9. Dezember 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Nach dem "Faktencheck" am 12. Januar 2011 im Regierungspräsidium (siehe Blog-Beitrag vom Januar) wurden uns vom Regierungspräsidium Stuttgart die Topographische Karte mit den neu berechneten Werten zur Verfügung gestellt.

Durch Anklicken lässt sich die Karte vergrößern

Zu sehen sind darauf die A8 und die Wohngebäude im Silberberg. Man erkennt (nach Vergrößerung) farbige Punkte als Markierungen an manchen Gebäuden, die der A8 zugewandt sind. Für Gebäude mit Punkt gibt es Berechnungsergebnisse. An den mit gelben Punkten markierten Gebäuden wird laut den eigenen Berechnungen des RPS der gültige nächtliche Grenzwert von 49 dB(A) überschritten.

Wir nehmen diese Berechnungsergebnisse zur Kenntnis, gehen aber - zum einen aufgrund unserer Messergebnisse, zum anderen aber auch aufgrund von statistischen Unsicherheiten bei den Ergebnissen der Verkehrszählung, die in diese Berechnungen eingegangen sind - davon aus, dass die Überschreitungen der Grenzwerte erheblich höher sind.

Mittwoch, 2. Februar 2011

LKZ vom 01.02.2011: Scheuer, die Autobahn und der Vorführeffekt

Ortstermin mit dem Bundesverkehrsministerium
unter Beteiligung der Silberberger Initiativen

LKZ vom 01.02.2011 => Bitte Zeitungsseite anklicken!

Urheberrechtlicher Hinweis:
Der Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung
der Leonberger Kreiszeitung eingestellt.

Dienstag, 1. Februar 2011

Ortstermin in Weissach

Beim Ortstermin mit dem Staatssekretär des Bundesverkehrsministerium Dr. Andreas Scheuer (31.1.2011) konnten nicht nur Vertreter der Gemeindeverwaltungen (für Weissach Bürgermeisterin Ursula Kreutel, für Rutesheim der Erste Beigeordnete Martin Killinger und für Leonberg die Erste Bürgermeisterin Inge Horn), sondern auch die Bürgerinitiativen (Klaus-Jürgen Eltzschig für die Weissacher Initiative "Lärmsschutz A8" und Norbert Streibl für den "Lebenswerten Silberberg" und den Bürgerverein) ihre Standpunkte vortragen.

Den Termin organisiert hatte die CDU-Abgeordnete Sabine Kurtz, die für unseren Wahlkreis im Landtag sitzt und nicht vergaß zu betonen, dass es sich an diesem Abend um eine CDU-Veranstaltung handelt. Wahlversprechen gab es trotzdem keine - Staatssekretär Scheuer versprach lediglich, die vorgetragenen Einwände und Wünsche nochmal intensiv zu überprüfen und die Ergebnisse dieser Überprüfung den lärmgeplagten Gemeinden bis Anfang März mitzuteilen.

Der Staatssekretär ließ allerdings wenig Raum für Hoffnung, er selbst wohne auch in Passau in Hörweite der A3, könne daher die Nöte der Anwohner durchaus nachvollziehen und konnte aber - trotz seiner Position - auch im eigenen Wahlkreis noch keine Verbesserungen erzielen. Lärmschutz sei teuer und die finanziellen Mittel begrenzt. Abhilfe erhofft man sich durch Kombination von Lärmschutz und Photovoltaik, sog. "Blue Walls", dazu gäbe es bereits Pilotprojekte. Interessant für Investoren könnten diese "blauen Wände" deshalb sein, weil hierfür noch die alten Einspeisungsvergütungen gültig seien. (Also, liebe Investoren, meldet Euch bitte bei uns!)

Obwohl dieser Abend also keine Resultate hervorgebracht hat (was aber auch keiner ernsthaft erwartet hatte), lässt sich positiv festhalten, dass hier ein "Gespräch auf Augenhöhe" (wie es Heiner Geißler für die Schlichtung zu Stuttgart 21 gefordert hatte) zwischen allen Beteiligten stattgefunden hat.