Mittwoch, 16. Oktober 2019

Herbst



neulich am Blautopf: ein Bild wie gemalt




heute in unserem Wald westlich Silberberg

Sonntag, 18. August 2019

Genehmigungen werden überbewertet

Der Ausbau des sogenannten Verflechtungsstreifens der Autobahn 8 bei Leonberg erfolgte, ohne dass dafür eine Planfeststellung mit Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt wurde, und auch die Güterzüge fahren auf der Leonberger Bahnstrecke ohne, weil es noch keine Planfeststellung gab (Blogs dazu hier und hier). 

Der Spiegel schreibt am 16.08.2019, dass in der Europäischen Union mindestens 18 Kernkraftwerke ohne die notwendigen Genehmigungen betrieben werden. "Die Bundesregierung teilte auf Anfrage der Grünen mit, dass man keine genaue Kenntnis darüber habe, welche europäischen Anlagen derzeit ohne (grenzüberschreitende) UVP betrieben würden. Bei dem für diese Untersuchungen zuständigen Uno-Komitee befänden sich sechs Verfahren mit insgesamt 23 Atomreaktoren in der Prüfung, die ohne UVP in Europa zugelassen worden sein sollen, so die Antwort."

Es ist ja schon merkwürdig: Bürger verfolgt man konsequent, wenn sie sich beim Schwarzfahren im öffentlichen Nahverkehr oder beim Autofahren ohne Führerschein erwischen lassen. Bei gewissen amtlichen Genehmigungen ist unser Staat weniger pingelig ... 




Sonntag, 28. Juli 2019

Wetterleuchten

... über Silberberg am 26.07.2019

Sonntag, 16. Juni 2019

Neulich in Paris

Bus mit Hybridantrieb (gesehen in Paris)
Paris nutzt im öffentlichen Nahverkehr Busse mit Hybridantrieb und auch solche mit reinem Elektroantrieb. Wenn in Paris alternative Antriebe bereits im praktischen Einsatz sind, wie sieht das damit hierzulande aus?

Auto, Motor und Sport berichtet, dass Berlin gerade Elektrobusse beschafft, aber noch nicht hat, denn die ersten davon werden gerade ausgeliefert. Immerhin. Über die Testfahrzeuge heißt es "deren Zuverlässigkeit hat noch Potential". Das ist schön ausgedrückt. 

Stuttgart möchte keine Elektrobusse aufgrund zu geringer Reichweite, sondern testet lieber Hybride. 

München möchte große Gelenkbusse, die es mit Elektroantrieb (noch) nicht gibt. 

Leonberg studiert bekanntlich Seilbahnen.

Auto, Motor und Sport berichtet weiter: "Von den 35.000 ÖPNV-Bussen in Deutschland sind aktuell 100 rein elektrisch unterwegs." und "Seit es eine staatliche Förderung gibt, seien die Preise deutlich gestiegen – so soll beispielsweise ein Zwölfmeter-Elektrobus 2016 noch 480.000 Euro gekostet haben, aktuell wären 570.000 Euro fällig – ein Euro-6-Dieselbus ist hingegen für 220.000 Euro zu haben." Mit anderen Worten: Fördergelder werden eingepreist, ohne dass man auf der Straße viel davon sieht. Verschwendung?

Die EU hat als langfristiges Ziel einen emissionsfreien Busverkehr ausgegeben. Das Fazit des Artikels: "Die Erreichung der Ziele scheitert in Deutschland an einem föderalen Flickenteppich. Nur zum Vergleich: Der chinesische Hersteller BYD hat nach eigenen Angaben bislang bereits 50.000 elektrisch betriebene Busse ausgeliefert – 15.000 mehr als Busse insgesamt in ganz Deutschland im Einsatz sind."


Build Your Dreams

ist der Name jener chinesischen Autofirma BYD, die 1995 gegründet wurde und inzwischen rund 1/4 Million Mitarbeiter beschäftigt. Angefangen haben die Cinesen natürlich mit konventionellen Verbrennungsmotoren, aber die Träume sind in China offenbar grün und das schon seit langer Zeit: BYD produziert neben Autos auch Busse, Lastkraftwagen, Gabelstapler, Einschienenbahnen, E-Bikes, und die Batterien dafür. In Kanada eröffnete BYD jüngst eine Fabrik für Elektroautos.   

In Europa reden wir zwar über Batterieproduktion und Elektrofahrzeuge, aber bisher ist wenig passiert. Den europäischen und deutschen Herstellern scheint es hier am Willen zur Umsetzung von Innovation zu mangeln ... Das erste deutsche Elektroauto baute übrigens die Coburger Maschinenfabrik Flocken im Jahr 1888; das war vermutlich der weltweit allererste elektrisch angetriebene Personenkraftwagen.

Reklame für ein deutsches Restaurant (gesehen in Paris)





Lutetium

Das radioaktive Isotop Lu(177) wird in der Radionuklid-Therapie, also für medizinische Zwecke, verwendet und deshalb in eher geringen Mengen umhertransportiert. Am 10.06.2019 gab es auf der A8 einen Unfall eines Transporters, bei dem glücklicherweise kein radioaktives Material freigesetzt wurde.


Quelle: Presseportal Polizeipräsidium Ludwigsburg


Natürlich war die Geschwindigkeit den Wetterverhältnissen nicht angepasst, wenn ein Fahrer bei Aquaplaning die Kontrolle verlor. Allerdings könnte man auch anmerken, dass auf der Strecke kein Tempolimit besteht,

Berichte gabe es unter anderem auch in der Leonberger Kreiszeitung, im Focus und beim SWR.




Sonntag, 2. Juni 2019

sonniges Wochenende ...

am Gartenteich
und im Natur- und Erholungsgebiet "Berg" bei Malmsheim

Sonntag, 26. Mai 2019

Bahnlärmsanierung Silberberg: Planung (Stand April 2019)

Neuerdings gibt es in Leonberg mehr Wohngebäude als seither gedacht, die nicht bloß vom Bahnlärm betroffen, sondern die auch "förderberechtigt" sind (Anfang 2019 wurde die relevante Richtlinie zugunsten der Bürger geändert). "Förderberechtigt" bedeutet, dass mit Geldern des Bundes - nicht der Bahn - Lärmschutzwände entlang der Gleise errichtet werden, und dort, wo deren Wirkung nicht ausreichend ist, Lärmschutzfenster bezuschusst werden.

Was bedeutet das für Leonberg-Silberberg?


Die Pläne erarbeitete die Firma Modus Consult Ende April 2019 für die DB Netz AG und sie stehen auf einer Internetseite der Stadt Leonberg zum Download bereit. Wir schauen uns die berechnete Lärmbelastung vor und nach der Errichtung von 3 Meter hohen Lärmschutzwänden entlang der Bahngleise in Silberberg an:

Vor der Bahnlärmsanierung (Stand heute)


Nach der Bahnlärmsanierung ("frühestens 2023" laut Planung)



Was ist hier zu sehen?

Aus unerfindlichen Gründen ist auf den Karten der DB Netz AG Süden oben und Norden unten. Wenn man sich daran gewöhnt hat, dann sieht man deutlich, dass durch die Errichtung der Lärmschutzwände (grün) links und rechts der Bahngleise (pink) eine erhebliche Verbesserung der Lärmbelastung eintritt. Die "57 dB(A)-Isophone" (blau) grenzt ein Gebiet ein, wo nachts sehr viel Lärm herrscht - der Auslösewert für eine Bahnlärmsanierung liegt nämlich bei 57 dB(A) nachts und innerhalb des blau umgrenzten Gebietes ist es lauter. Dieses stark belastete Gebiet liegt nach der Sanierung viel näher an den Gleisen und der Lärm reduziert sich an vielen der jetzt außerhalb gelegenen Wohngebäude (grau). So weit so gut.

Der Auslösewert wird an Wohngebäuden mit rot eingezeichneten Fassaden überschritten. Vor der Sanierung ist das im Silberberger Süden in der ersten, sowie der zweiten Reihe der Bebauung der Fall und nach der Sanierung sieht es dort viel besser aus. Auf der Nordseite sind die Lärmschutzmaßnahmen auch wirksam, aber die erste Reihe der Bebauung überschreitet immernoch die Auslösewerte. Der physikalische Grund dafür ist die Topographie, also die Steigung des Geländes. Die geplante Lärmschutzwand für sich alleine genommen genügt an allen Gebäuden ohne rote Fassade. An den roten Fassaden braucht man weitere zusätzliche Maßnahmen, um auch dort unter den Auslösewert zu kommen. Die betroffenen Anwohner sollen (auf Wunsch) einen Zuschuss für Lärmschutzfenster bekommen, aber auch selber ihren Teil bezahlen. So sieht jedenfalls die Planung der Deutschen Bahn aus.

Die Lärmschutzwände bringen eine ganz erhebliche Verbesserung, aber das Ziel der Bahnlärmsanierung - Unterschreitung des Auslösewertes von 57 dB(A) an den Wohngebäuden - ist mancherorts verletzt. Schallschutzfenster werden nicht zu 100% finanziert und sie helfen auch nur, wenn man sie geschlossen hält. Schöner wäre es also, wenn die Bahn zusätzliche Maßnahmen implementieren würde, die auch im Außenbereich wirksam sind. Diese helfen auch bei offenem Fenster, auf der Terasse, auf dem Balkon oder im Garten. Natürlich könnte man zu diesem Zweck die Lärmschutzwände höher als 3 Meter bauen ...

Man könnte aber beispielsweise als Zusatzmaßnahme auch an ein Tempolimit für Güterzüge denken. Wenn die langsamer fahren würden, dann rumpelt das weniger. Außerdem: Es ist ja schon aus Sicherheitsgründen schwer nachvollziehbar, dass schwere Güterzüge mit 120 km/h durch den Bahnhof Rutesheim rasen dürfen - unmittelbar vorbei an den wartenden Fahrgästen der S-Bahn. 

Sonntag, 12. Mai 2019

50% mehr Berechtigte bei Bahnlärmsanierung in Leonberg

die DB Netz AG beantwortete einige Fragen zur geplanten Bahnlärmsanierung:
  • Die Bahn wird die seit 1.1.2019 gültige Förderrichtlinie anwenden. Infolgedessen haben anstatt bisher 740 nunmehr 1127 Wohnungen Anspruch auf Bahnlärmsanierung → es gibt also jetzt in Leonberg 50% mehr Berechtigte 
  • Betroffene mögen erwarten, über solche Änderungen zeitnah aktiv informiert zu werden → zumindestens in meinem Falle geschah dies nicht
  • Die Bahn avisiert trotz der o.g. Änderung des Umfangs der Lärmschutzmaßnahmen unveränderte Termine → Projektabschluss "frühestens 2023"
  • Leider verzichtet die Bahn weitgehend auf konkrete Zahlenangaben zu technischen Fragen. Wie stark würde der Lärmschutz verbessert, wenn die Lärmschutzwände höher oder länger ausgeführt würden als bislang geplant? Was brächte eine Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Güterzüge (aktuell 120 km/h)? Die Angaben der Bahn sind dürftig und sowohl als Anwohner als auch als Steuerzahler wünscht man sich, dass derartige Fragen untersucht und präzise beantwortet werden. Ein Tempolimit kostet nichts und wäre auch bei offenem Fenster, sowie in Außenbereichen wirksam. Könnte man dadurch vielleicht mancherorts auf den Einbau von permanent geschlossenen Schallschutzfenstern mit Zwangsbelüftung verzichten? Wie stark würde ein Tempolimit für Güterzüge die Nutzen-Kosten-Bewertung verändern? Ich vermute hier erheblichen Nutzen bei geringen Kosten → Angesichts der Neuplanung seitens der Bahn wäre es zudem interessant zu erfahren, welche konkreten neuen Vorschläge die Stadt Leonberg im Zuge ihrer Lärmaktionsplanung einbringt.
  • Die angeforderte Nutzen-Kosten-Bewertung für die Bahnlärmsanierung wurde mir nicht übermittelt. Aufgrund der durch die neue Förderrichtlinie geänderten Prämissen, ändern sich sämtliche Nutzen-Kosten-Verhältnisse (NKV). Sind diese Änderungen, die ja auch für die Lärmaktionsplanung in Leonberg relevant sind, bei unserer Stadtverwaltung im Detail bekannt? Bei einem NKV >= 1 kann übrigens die Stadt gemäß der neuen Förderrichtline zusätzliche Maßnahmen einleiten → Wie die Überlegungen der Stadt dazu wohl konkret aussehen?
Bei aller Kritik: es gibt jedenfalls eine enorm erfreuliche Nachricht, nämlich dass 50% mehr Wohnungen als bisher gedacht förderberechtigt sind. Wahrscheinlich haben die meisten Betroffenen hiervon noch gar keine Ahnung.

Für alle Nachbarn, die jetzt gerne wissen möchten, ob sie selbst durch o.g. Änderungen vielleicht betroffen sind, wie stark die geplanten Schallschutzmaßnahmen die Lärmbelastung an ihrem Wohngebäude vermindern und/oder ob bei ihnen Schallschutzfenster gefördert werden, habe ich eine kleine Empfehlung: Fragen Sie einfach. E-Mail genügt. Vielleicht ermuntern eingehende Fragen ja die einschlägigen Stellen zu einer aktiveren Informationspolitik als seither.

Die ausführlichen Fragen und Antworten finden Sie in der Unterlage hier.